Kommentar zu “Ist der Feierabendboss tot”

Ein Kommentar zur letzten Podcastfolge von Nein2Five.

Im letzten Podcast von Nein2Five fiel auch mein Name und dem Stichwort “Freizeit wird nicht versteuert”. Konkret geht es im Podcast darum, dass sich immer weniger Leute nebenbei etwas aufbauen, Freizeit, Work-Life-Balance steht im Vordergrund. Ich möchte hier ein paar mehr oder weniger sortierte Gedanken schreiben, warum immer weniger Leute nebenbei was machen wollen oder auch im Hauptjob weniger erreichen wollen.

Generell denke ich, dass es nicht den einen Grund gibt und verschiedene Faktoren eine Rolle spielen.

4-Tage-Woche / Work-Life-Balance

Aktuell wird die 4-Tage-Woche durch das mediale Dorf getrieben. Nicht falsch verstehen, ich bin sehr dafür, dass jeder so viel arbeitet, wie er möchte. Ich habe meine Arbeitszeit reduziert, meinetwegen, kann dies auch jeder andere so handhaben. Allerdings mit entsprechend reduziertem Gehalt.

Was wir aber in den Medien sehen, sind immer mehr Forderungen nach weniger Arbeitszeit für das gleiche Geld. Sollen sich doch die Unternehmen Gedanken machen, wie das finanziert wird und das Geld reinkommt.

Wer gar nicht mehr arbeiten gehen will, freut sich über das Bürgergeld, welches auch ordentlich nach oben ging. Beim Besuch einer kleinen Brauerei in Stuttgart vor gut zwei Wochen, erzählte die Bedienung, dass sie schlicht keine Leute mehr finden, weil diese lieber Bürgergeld beziehen.

Bürokratie, Steuern, Abgaben

Datenschutzbestimmungen, Cookie-Banner, AGB, alles Themen mit denen ich mich über die Jahre mehr und mehr beschäftigen musste. Als ich das Nebengewerbe gestartet hatte, gab es nicht viele Vorschriften. Webseite online gestellt fertig. Heute braucht eine neue Webseite Datenschutzbestimmungen, welche selbst bei einer kleinen Webseite gleich mehrere Seiten umfasst. Liest niemand, genauso wie niemand die Cookie-Banner sinnvoll bedient oder auch nur beachtet. Weggeklickt und gut ist. Alles Aufwand, der kostet. Entweder Zeit oder Geld für die Luxus-Lösung.

Und am Ende bleibt dennoch das Risiko abgemahnt zu werden, weil irgendwas nicht richtig umgesetzt wurde. Wer hat darauf Bock.

Wagt man dennoch den Schritt, wird man schnell merken, dass jede Menge andere Leute am gedeckten Tisch sitzen und ihren Anteil haben wollen. Letztens kam ein Brief von der IHK und wer im Hauptjob bereits etwas mehr verdient, darf sich auch darüber freuen, dass auf den Gewinn 42% Steuern weggehen. Dazu kommen dann noch andere Steuern, Gewerbesteuer, Umsatzsteuer …

Solo Selbstständige von der Politik vergessen

Wirklich im Fokus stehen kleine Gewerbetreibende nicht bei der Politik. Ein Beispiel ist die aktuelle Diskussion über steuerfreie Überstunden. Hätte man natürlich auch gerne als Selbstständiger, dass man einen Steuernachlass für Mehrarbeit bekommt, diskutiert wird so etwas nicht. Im Grunde ist egal, wie viel du arbeitest, die Steuern werden fällig ohne Wenn und Aber.

Fazit

Wie ich bereits oben schrieb, wird nicht unbedingt ein Grund den Ausschlag geben. Wenn ich weiter nachdenke, fallen mir sicher noch weitere Gründe ein…

Dennoch, bis auf Weiteres mache ich weiter mit dem Nebengewerbe. 🙂

Passend dazu

Hier noch ein Video zum Thema Bürokratie:

4 Kommentare

  • Paul

    Du hast sooo recht.

  • Vielen Dank für diese Gedanken und den Verweis auf unseren Podcast, Andy! Tja, die Bürokratie-Liste ist lang und unerfreulich. Die Frage ist für mich, ob die Politik irgendwann genug Vernunft zeigt, den volkswirtschaftlichen Ast, auf dem wir alle sitzen, nicht weiter abzusägen…

  • Arne

    Bürokratie, ja, da triffst du wirklich einen Nerv. Das wird immer verrückter. Grundsteuerreform z.B., oder Eltergeld, das hatte ich gerade wieder, in diesem Fall Niedersachsen. Das ist wirklich der Wahnsinn, da gibt es eine offizielle Website, da kann man alles eintragen. Nach zwei Monaten wird aber alles wieder automatisch gelöscht, wenn man also zu früh angefangen hat, Pech gehabt. Dann muss man alles ausdrucken und per Post schicken. Unglaublich, die Behörden verstehen unter Digitalisierung in erster Linie online eintragen und ausdrucken und natürlich den genialen digitalen Personalausweis, bei dem Niemand sich mehr an seinen Code erinnert. Obwohl das Dokument 20 Seiten Plus hat, reicht das trotzdem nicht, bei uns gab es zweimal Rückfragen mit Nachforderung von Zusatzdokumenten. Elterngeld kommt dann natürlich nicht rechtzeitig. Oder das Thema Unternehmen/Startup gründen. Die meisten Gründungen werden von der Bürokratie erstickt und ausgebremst. Die Liste ist wirklich lang.

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