Großes Kino im kleinen Kreis: Die Hauptversammlung der Nabag AG 2026

Wer bei dem Wort „Hauptversammlung“ an riesige Messehallen, Security-Kolonnen und kilometerlange Schlangen am Würstchenbüfett denkt, der war noch nie bei der Nabag AG. Die diesjährige Hauptversammlung glänzte vor allem durch eines: maximale Intimität.

Ein Hauch von Wachstum im Wohnzimmer

Insgesamt neun Gäste hatten sich eingefunden – wobei sich darunter wohl auch zwei Vertreter der Presse gemischt hatten. Zusammen mit dem vierköpfigen Vorstand – Vorständin (Ina Stahlhofen) und drei Aufsichtsräten (Georg Geiger, Gründer Dr. Georg Heldman, Wolfgang Steidl) saß man also in einer überschaubaren Runde von 13 Personen zusammen. Was nach wenig klingt, ist in Wahrheit ein waschechter Wachstumskurs: Letztes Jahr waren es nämlich sogar noch weniger Leute! Man kannte sich, man grüßte sich – Hauptversammlung im erweiterten Wohnzimmer-Format eben. Trotz des überschaubaren Kreises vor Ort waren über die Stimmrechte übrigens stolze 68 % des Kapitals vertreten.

Wenn die Strategie baden geht

Nachdem Georg Geiger die Formalien zügig abgehakt hatte, ging es ans Eingemachte. Der Bericht des Aufsichtsrates ließ sich am besten mit einem kollektiven Seufzer zusammenfassen: 2024 war schlicht kein gutes Geschäftsjahr. Ina Stahlhofen übernahm die Rolle der Krisenmanagerin und erklärte auch schonungslos, woran es lag: Die alte Strategie mit den italienischen Aktien war schlichtweg „nix“. Dolce Vita im Depot sieht anders aus.

Die Konsequenz? Tabula rasa und eine neue Strategie. Künftig setzt die Nabag AG auf solide europäische und deutsche Dividendenwerte sowie ausgewählte italienische Smallcaps. Gekauft wurden unter anderem bekannte Namen wie Sixt, Hornbach und Kontron. Ein bisschen Italien-Flair leistet man sich aber weiterhin – die verbliebenen Beteiligungen lesen sich wie der Einkaufszettel für einen gelungenen Sommerurlaub: Wein, Obst, Gemüse und… Mopeds.

Bilanz auf Privatanleger-Niveau

Am Ende des Tages spuckte die Bilanz einen Jahresüberschuss von exakt 2.000 Euro aus. Bei einem Gesamtportfolio von rund 1,6 Millionen Euro ist das – unter uns gesagt – ein Ergebnis auf solidem Privatanleger-Niveau. Aber immerhin: Der Aktienkurs ist leicht gestiegen, und die Top 3 der Dividendenwerte haben ein paar tausend Euro in die Kasse gespült. Der Ausblick auf 2026 steht nun ganz im Zeichen von Bereinigung, Stabilisierung und klassischem Value Investing. Ein positives Geschäftsjahr ist fest im Visier.

Der beste Teil kommt zum Schluss

Das Highlight folgte dann aber nach der offiziellen Abstimmung: der gemütliche Teil. Statt fader, trockener Schnittchen gab es im Nachgang Nudeln mit Pesto, guten Wein und ein paar Flaschen Riegele Bierchen. In dieser entspannten Atmosphäre entwickelten sich noch durchaus interessante Gespräche untereinander. Da merkt man wieder: Die besten Diskussionen entstehen eben doch im kleinen Kreis – und bei gutem Essen.

Ein Kommentar

  • Paul

    Hallo Andy,

    schade.
    Aber das Essen und Riegele schauen gut aus.
    Für Italien hätte ich einen Tipp gehabt.
    Banca Monte dei Paschi di Siena.
    Haben gerade eine fette Dividende ausgezahlt und der Kurs lässt sich auch sehen.

    Viele Grüße
    Paul

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