Niederländer wollen Aktiengewinne jährlich besteuern
Machste Gewinn, zahlst Du Steuern, auch wenn die Gewinne nicht realisiert werden.
In den Niederlanden ist eine neue Steuer auf Aktien, Fonds und Co geplant. Die Idee ist, dass man jedes Jahr die Papiergewinne entsprechend versteuert. Klar, der Staat braucht die Kohle jetzt, nicht erst, wenn Du in 30 Jahren irgendwann die Sachen verkaufst.
Die Details hat der „Ene“ auf Twitter gut beschrieben, deswegen verzichte ich auf die Details:
Ich habe mir die neue niederländische Regelung bezüglich der 36 % Vorabbesteuerung mal im Detail angeschaut und visualisiere das mal anhand eines fiktiven Beispiels. Wie wirkt sich das auf das Vermögen in 5 Jahren aus und wie auf 20 Jahre. Und am Ende kommt dann noch die… pic.twitter.com/UXTPTEVlvh
— AktienNoobEne (@EneNoob) January 23, 2026
Kurzzusammenfassung:
Die Niederlande planen eine Steuer, bei der nicht nur echte Erträge, sondern auch reine Buchgewinne jedes Jahr besteuert werden. Das bremst den Zinseszinseffekt ordentlich aus und macht langfristigen Vermögensaufbau deutlich schwerer – besonders für junge Anleger. Ironischerweise kassiert der Staat dadurch über lange Zeit sogar weniger Steuern, bekommt das Geld aber früher und sicherer. Für die Politik ein kurzfristiger Cashflow-Gewinn, für Anleger ein langfristiger Vermögens-Kater.
Man kann sich ausmalen, wie die Sache läuft. Machste Gewinn, zahlste Steuern, machste mal ein Jahr Verlust, naja, dann sind wir großzügig und füllen den Verlusttopf auf.
Neben dem Verlust eines Teiles des Zinsenszinzeffekts, heißt das im Zweifelsfall, dass man einen Teil verkaufen darf, um die Steuern zu zahlen, wenn man anderweitig keine Kohle herumliegen hat.
Ich kann mir vorstellen, dass die Politik hier schon anfangen zu sabbern, wenn sie solche Pläne lesen. Ob das rechtlich Bestand hätte in Deutschland? Mit der Vorabpauschale haben wir ja sowas schon in „light“, auf der anderen Seite müsste man ja im Sinne der Gleichbehandlung auch jedes andere Vermögen mit einbeziehen.
Firmenbeteiligung gibt es ja nicht nur als Aktien, sondern auch als direkte Beteiligung. Was ist mit Immobilien? Was ist mit meinem Nebengewerbe. Hat alles irgendeinen Wert, der sich jährlich verändert. Wird dann alles bewertet und besteuert?
Im Grunde kommt irgendwann der Punkt, wo sich alles nicht mehr lohnt. Dann verkaufe ich meine Aktien, höre auf zu Arbeiten, mache mir ein schönes Leben und nur noch das notwendigste.
Ich prangere dies an! Hoffen wir mal, dass die Niederländer damit auf die Schnauze fallen.

> Im Grunde kommt irgendwann der Punkt, wo sich alles nicht mehr lohnt. Dann verkaufe ich meine Aktien, höre auf zu Arbeiten, mache mir ein schönes Leben und nur noch das notwendigste.
Schöne Schlußfolgerung, das gefällt mir! – Nicht ärgern und Frust schieben.
Viele Grüße!
Hallo Pranger,
natürlich werden hier Begehrlichkeiten geweckt. Allerdings ist sowas nicht so einfach umzusetzen. Insofern, solange solche Sachen nicht in einem Gesetzentwurf stehen, sollte man sich damit gar nicht befassen.
Was hatten wir alleine letztes Jahr:
Erhöhung der Quellensteuer in den USA (wäre sogar einfach umzusetzen)
Sozialbeiträge auf Dividenden
jetzt das
Gekommen ist bisher noch nichts…. Ausschließen kann man es nicht.. aber auch dann findet man einen Weg.
Servus Mike,
da ist schon was dran, jeden Tag bzw. jede Woche wird ja eine neue Sau durchs Dorf getrieben. Was hatten wir diese Woche? Abschaffung der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, und heute schwirrt schon wieder das Teilzeit-Thema durch die Timeline. Im Grunde wird jedes Thema, das irgendein Politiker aufgreift, sofort von den Medien aufgegriffen und hochgekocht.
Die Sache mit den Niederlanden scheint zumindest halbwegs konkret zu sein, aber schauen wir mal, was am Ende tatsächlich kommt. Ist ja dann auch nicht unser Problem, sondern der Holländer.
Gruß
Andy
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