Friedrich Merz will die Zahl der Aktionäre verdoppeln
Friedrich Merz will die Zahl der deutschen Aktionäre verdoppeln. Ein edles Ziel. Passieren wird vermutlich: absolut gar nichts.
Friedrich Merz besitzt eine beeindruckende Superkraft: Wo immer er auftaucht, findet er exakt die Vokabeln, die sein Publikum hören will. Beim Neujahrsempfang der Deutschen Börse gab er den „Mr. Market“ und warb leidenschaftlich für mehr Aktienbesitz in der breiten Bevölkerung.
Das klingt nach Aufbruch!
Das Problem? Zwischen einer Merz-Rede und der politischen Realität liegt meist ein tiefer Graben, in dem schon so manche Reformbegeisterung lautlos versunken ist.
Inhaltlich hat er natürlich recht. Aber während Merz von der großen Aktien-Offensive träumt, feilt der Rest der Politik bereits daran, wie man den „gierigen“ Kleinanlegern noch tiefer in die Tasche greifen kann. Sozialabgaben auf Aktiengewinne? Eine fabelhafte Idee, um die Rentenkassen zu flicken! Die Vorabpauschale auf ETFs haben wir ja schon, ein bürokratisches Meisterwerk, um Gewinne zu besteuern, die man noch gar nicht realisiert hat. Die Niederlande sind vielleicht bald ein Stück weiter.

Und falls die Politik tatsächlich mal ein „Geschenk“ für Anleger schnürt, ist es garantiert ein hochkomplexes Finanzprodukt mit 100 Seiten Kleingedrucktem, Haken, Ösen und Verwaltungsgebühren, die jede Rendite im Keim ersticken.
Ideen wären einfach umsetzbar:
- Freibetrag rauf
- Steuerfreiheit nach einer gewissen Haltedauer (wie in den guten alten Zeiten)
- Inflationsausgleich als Standard, nicht als Verhandlungsmasse
Aber machen wir uns nichts vor: Solange die Anpassung des Sparerpauschbetrags an die Inflation als „unzumutbare Steuerausfälle“ gilt, bleibt Merz’ Vorstoß das, was er ist: Eine nette Abendunterhaltung.

Ojeh, wenn Friedrich Merz was will, dann passiert entweder gar nichts, wie du sagtest, oder das Gegenteil, d. h. Irgendwie kann man den reichen Anlegern immer noch was abknöpfen.
Viele Grüße
Paul
Ja mal schauen ob und was kommt, die SPD trommelt ja schon wieder für höhere Steuern auf Kapitalerträge. 😀
Ich stelle mir die Frage ob „Geschenke“ an die Anleger das Problem lösen.
Es gibt doch jetzt bereits nur gute Argumente fürs langfristige anlegen in breit gestreute ETFs und trotzdem macht es nur ein Bruchteil.
Es fehlt nicht an Anreizen sondern an finanzieller Bildung und weiterer Einhegung intransparenter Anlageprodukte.
Ich persönlich finde, dass es „uns“ Anlegern schon ziemlich gut geht oder sehe ich das falsch? Wer Geld zum langfristigen Anlegen hat profitiert mit Zinsen und Zinseszinsen ohne einen (zusätzlichen) Finger krumm machen zu müssen.
Mir will es nur nicht in den Kopf warum das nicht mehr machen. Vielleicht haben viele einfach auch nicht die Möglichkeiten irgendwas anzulegen bzw. sind Opfer von Konsum und Lifestyle Inflation
Warum nicht mehr investieren, keine Ahnung. Hab das Gefühl, dass sich zwar langsam was ändert, aber der Großteil, für den ist das anscheinend ein Buch mit 7 Siegeln.
Die aktuellen Regeln, mit denen könnte ich leben, mehr Freibeträge, Steuerfrei nach X Jahren wären noch Maßnahmen.
Was mich eher irritiert sind die ständigen Diskussionen, dass endlich mehr zu zahlen sei.
„Friedrich Merz will die Zahl der deutschen Aktionäre verdoppeln.“
„feilt der Rest der Politik bereits daran, wie man den „gierigen“ Kleinanlegern noch tiefer in die Tasche greifen kann. Sozialabgaben auf Aktiengewinne“!!!
Passt das nicht wunderbar zusammen?
Hehe, so gesehen ja!