Die Last der Dinge – Ausgemistet
Dinge ausmisten, verkaufen, entsorgen – ganz schön viel Aufwand. Ich habe mal geschaut, was alles so wegkann: eBay, Kleinanzeigen, Wertstoffhof.
Ich bin eigentlich niemand, der groß dem Konsum frönt. Wenn ich sehe, was andere so bei Amazon, Temu und Co. bestellen, sind es bei mir nur wenige Bestellungen im Jahr. In der Regel nutze ich die Dinge, bis sie kaputt sind, und dann werden sie ersetzt. Viele Sachen halten schließlich lange. Mein Tablet ist acht Jahre alt, mein Smartphone fünf Jahre, Computer und Laptop ebenfalls fünf Jahre. Mein Monitor bringt es inzwischen auf elf Jahre. Kleidung trage ich, bis sie auseinanderfällt.
Früher war das anders. Neue Gadgets haben regelmäßig den Weg zu mir gefunden. Das hat sich inzwischen radikal geändert. Denn Dinge bedeuten Aufwand. Die Bestellung und der Kauf sind noch einfach: Man klickt ein paarmal und bekommt das Zeug in der Regel frei Haus geliefert. Irgendwann machen die Dinge dann aber doch Arbeit.
Oft genügt schon die reine Existenz. Dinge liegen herum, müssen verstaut, bewegt und abgestaubt werden. Technische Geräte erfordern heute zusätzlich jede Menge Aufmerksamkeit in Form von Wartung und Updates. Gefühlt habe ich an meiner Xbox mehr Zeit mit Updates verbracht als mit dem Spielen.
Inzwischen ist es fast schon ein Segen, wenn Dinge keine Updates erfordern. Und auch ein neues Smartphone, so schön es sein mag, will erst einmal eingerichtet werden.
Dinge wieder loswerden
Dinge wieder loszuwerden, bedeutet ebenfalls Aufwand. Zuerst emotional, weil man sich irgendwie eingestehen muss, dass das gekaufte Ding nun doch wieder gehen soll und man es vermutlich eben nicht irgendwann noch einmal braucht.
Danach geht der Aufwand weiter. Selbst die einfache Entsorgung ist nicht immer einfach. Alles in die Tonne kloppen geht schließlich nicht. Vieles muss entsprechend auf dem Wertstoffhof entsorgt werden. Bei Dingen, die noch funktionieren, ist es außerdem schade drum, und vieles hat schließlich noch irgendeinen Wert.
Also eBay und Kleinanzeigen. Fotos machen, Beschreibung erstellen, einstellen. Wird etwas verkauft, muss es verpackt werden, Versandmarke drauf und ab zur Post. Im Grunde ist es den zeitlichen Aufwand oft nicht wert. Trotzdem freue ich mich, wenn die Sachen weiterverwendet werden und nebenbei noch etwas Geld dabei herumkommt.

Immerhin 210 Euro kamen bei der letzten Aktion zusammen. Dafür habe ich einen Sonntagnachmittag lang alles fotografiert, beschrieben – dank KI zumindest mit etwas weniger Aufwand –, verpackt und später zur Post gebracht. Andere Dinge sind zum Wertstoffhof gewandert. Auch hier: Auto beladen, hinfahren, entsorgen.
Kurz gesagt: viel Arbeit. Trotzdem fühlt es sich gut an, wenn Dinge, die ohnehin nur noch herumliegen, endlich die Wohnung oder den Keller verlassen.

Fazit
Für mich ist die wichtigste (aber eigentlich nicht neue) Erkenntnis: Was man gar nicht erst kauft, muss man später auch nicht lagern, warten, aktualisieren oder wieder loswerden. Weniger Dinge bedeuten am Ende eben auch weniger Arbeit und mehr Geld für Brauereiaktien.

Hallo Andy,
das habe ich vor ein paar Jahren auch veranstaltet. Bücher- und LP-Sammlung aufgelöst, Stereo-Anlage verkauft, diverse Möbel. Danach, 2 Jahre, umgezogen. Das war bisher mein schnellster Umzug. Alles ist mir wirklich sehr sehr schwer gefallen. Jetzt bin ich froh, dass ich es damals geschafft habe. Ob ich das heute noch könnte, weiß ich nicht. Meine Vorstellung war mal, alles muss in einen Koffer passen. Ist natürlich Blödsinn. Aber ich halte mich jetzt mit Einkäufen ziemlich stark zurück. Mit den üblichen Regeln, eins rein eins raus, nicht sofort kaufen sondern erst abwarten. Bisher hat es gut geklappt.
Fir wünsche ich weiterhin viel Erfolg.
Viele Grüße
Paul