Hauptversammlung Aktienbrauerei Kaufbeuren 2026

137. Hauptversammlung der ABK, am 22.06.2026. Brauerei insolvent, Immobilien so mittel.

Heimspiel in Kaufbeuren. Die ABK war meine erste Spaß- und Einzelaktie. Die Entwicklung war nie gut, aber es gab immer Bier und gutes Essen. Das war auch dieses Mal so!

Los ging es um 10:30 Uhr. Einlass! Der Andrang war groß im Tänzelfestsaal im Karnbachs. Bis zum letzten Stuhl war alles belegt, die Luft nach kurzer Zeit stickig. Grund, für den Andrang, dürfte die Insolvenz der Brauerei gewesen sein. Da kochen die Emotionen der Volksseele Kaufbeurens schnell nach oben.

Bericht des Vorstandes

Los ging es mit dem Bericht des Vorstandes. Der ursprüngliche Termin zum 15.06. konnte nicht gehalten werden. Schade, hier hätte es die Chance für Gutscheine zum Tänzelfest gegeben. Egal, die wirtschaftliche Lage sieht nicht so gut aus. Wie auf jeder Hauptversammlung finden sich die üblichen Gründe: Ukraine, Iran, China, KI und hohe Energiepreise.

Klingt inzwischen auch immer etwas nach Ausrede und etwas abgedroschen, auch wenn die Folgen sicher für jedes noch so kleine Unternehmen spürbar sind und seien es nur die Spritkosten. Irgendwas ist ja immer!

Kritik gab es an Bürgergeld, hohen Sozialkosten und die Auswirkungen auf die Gastro. Lieber daheim chillen, als in der Gastro malochen. Höre ich nicht zum ersten Mal.

Pachterlöse sind gesunken. Hotel goldener Hirsch wird weiter modernisiert. Insgesamt ein positives Ergebnis mit Trippelschritten. Dividende gibt es keine, dafür Essen und Bier.

Insolvenz der Brauerei

Betont gelassen gab man sich zur Insolvenz der Brauerei. Das Kerngeschäft der AG sind die verbleibenden 18 Immobilien. Die Brauerei, eine GmbH, Anteil der AG noch 30,9 %, ist mit 1000 Euro Restwert verbucht. Verpflichtungen bestehen keine. Dennoch will man die Brauerei in dem Prozess begleiten.

Alles ist noch offen. Das Brauereigebäude und Gelände sind derweil in Immoscout24 zu finden, was jetzt nicht so große Hoffnungen macht, wenn bereits das Tafelsilber verscheuert wird. Interessenten gibt es wohl, aber alles ist noch offen.

Generaldebatte

Die Generaldebatte war etwas umfangreicher als die letzten Jahre. Grund war ein Vertreter der SDK, der schon ganz gute Fragen stellte. Unter anderem zur etwas seltsamen Aktionärsstruktur. 95 % der Aktien gehören einem Investor aus dem USA, Milliardär. Ihm gehören 95% der AG und über ROkiT mehr oder weniger die Brauerei.

Echte Antworten gab es nicht so wirklich, nur, dass hier wohl kein weiteres Geld zu erwarten sei.

Essen und Trinken

Essenstechnisch ließ man sich wieder nicht lumpen. Der Schweinebraten war lecker, wie das Bier. Funfact: der Vorstand wies nochmal darauf hin, doch bitte alles hier zu konsumieren und nicht noch den Rucksack vollzumachen. 😄

Fazit

Die Veranstaltung war etwas spannender als die letzten Jahre. Ich bin gespannt, ob es im kommenden Jahr noch ABK-Bier geben wird. Auf dem Tänzelfest gab es schon zur Hälfte Allgäuer Brauhaus Bier. Die Immobilien liefern keine Super-Rendite, aber zumindest stehen keine Verluste da, sodass die Veranstaltung noch ein paar Jahre stattfinden könnte. Damit wäre mein Investment-Case weiterhin schlüssig 🍻.

Ansonsten mehr Bier trinken! Wie beim Allgäuer Brauhaus wurden die Zahlen des einbrechenden Bierkonsums mit Sorgenfalten verkündet.

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4 Kommentare

  • Paul

    Hallo Andy,

    bei den üblichen Schuldigen wird der Elephant im Raum nicht erwähnt? Dann scheinen ja alle mit der gewählten Regierung zufrieden zu sein. Gut so.
    Das Bier und das Essen sehen trotzdem ausgezeichnet aus.

    Viele Grüße
    Paul

    • admin

      Hallo, ja kritisiert wird halt eher das, was man gefahrlos kritisieren kann. Ukraine, Iran, Trump, kannste gefahrlos machen. Würde aber sagen, dass hier die Brauerei selbst nen großen Anteil hat. Gibt ja auch einige andere Brauereien hier in der Gegend, die es schaffen ein Geschäftsmodell zu haben.
      Gruß Andy

  • Mike

    Servus Andy,

    das mit der Insolvenz ist bedauerlich.

    Das Konsumentenverhalten verändert sich. Die Leute trinken weniger Alkohol, was auch dazu führt das insgesamt weniger konsumiert wird. Du trinkst halt nur 1 oder 2 Alkoholfreie und nicht 4 oder 5 Bier. Es fällt ja schon das übliche bayrische Machogehabe mit wer verträgt am meisten weg.

    Die Problem der Branche sind bekannt, der Bierkonsum wird weniger, die Leute leben gesünder. Die Branche ist auf der Ausbeutung und Mindestlohn aufgebaut, das funktioniert gerade halt nicht mehr, weil auch der Pool an Menschen weniger wurde. Du kannst jetzt über die Arbeitsmoral der Jungend schimpfen, solltest aber auch erwähnen wieviele Firmen ihre über 60 Jährigen entsorgen mit Mobbing usw.

    Von einem Vorstand erwarte ich, das er sowas antizipiert und gegensteuert. Die Deutschen aber, wir machen alles wie immer und erhöhen die Preise. Dann stellen Sie fest, das Ihre Kunden das gleich machen wie Sie selbst, sie kaufen das Billigste. Dann kann man noch kurz gegen Habeck und die EU schimpfen, aber klar, daran das ein Golf 8 um Grundpreis knapp 30 T Euro kostet kann es nicht liegen oder ein Passat 40 T Euro. Eine Mechanikerstunde am Auto kostet 150 Aufwärts.

    Ich bin Vermieter im Großraum München. Meine Überlegung geht dahin, können sich die Leute eigentlich noch die Mieten leisten wenn es die hoch bezahlten Arbeitsplätze gar nicht mehr gibt. Da ich keine Kinder habe werde ich desinvestieren.

    • admin

      Servus Mike,
      ja das wurde ja beim Allgäuer Brauhaus schon so gesagt, Bierkonsum ist rückläufig und alkoholfreies reißt das am Ende nicht raus. Ich trinke auch mal ein alkoholfreies, aber auch nicht mehr. Klappert ja nicht im Geweih.
      Oder man trinkt halt nen Spezi und fertig.
      Bei der ABK wurde denke auch viel selbst verkehrt gemacht. Die Brauanlagen seien veraltet, zu viel Personal, zu viele Sorten. Früher gabs in jeder Kneipe ABK, jetzt viele andere Sorten, Augustiner, Falkensteiner.
      Andere Brauereien kriegen es anscheinend auch hin profitabel zu sein. Hab letztens mal wieder Staudenbräu gekauft (https://staudenbraeu.de/brauerei), kostet weniger als Aktien, schmeckt gut und kommt von einer kleinen Brauerei. Gibts hier auch im Getränkemarkt. 15 Euro, statt knapp 20.

      Ja das wird noch alles spannend werden, wenn die gut bezahlten Jobs wegfallen. Habe letztens einen Kollegen getroffen, der von der Entlassungswelle betroffen war. Neuer Job ist nicht so das Thema, die gute Bezahlung gibt es halt nimma so.
      Bin eigentlich ganz froh, dass ich inzwischen immer mehr von der Seitenlinie schauen kann. Dank Dividenden und Nebengewerbe.

      Gruß
      Andy

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